Dortmund überrascht. Dich.

Dortmunder Mittelstand aus Überzeugung - Wirtschaftsförderung vergibt „Aushängeschild“ an BFM Aufzugtechnik

17 Jahre lang war Achim Feller in einem großen international agierenden Aufzugkonzern angestellt, davon mehr als die Hälfte der Zeit in der Geschäftsleitung. Irgendwann sah er Berlin, Hamburg und auch Shanghai öfter als sein Zuhause. Der Wunsch nach Veränderung wurde stärker. Auch Michael Marx war 25 Jahre lang im Aufzugbau tätig. Viermal wurden die Mittelständler von großen Konzernen geschluckt. So war Herr Marx die letzten 13 Jahre als Kundendienstleiter der Fa. Janzhoff, bis zur Übernahme durch einen Globalplayer, in Dortmund tätig. Sein Frust wuchs jedes Mal. „Es ging nur um Zeitsparen, Optimierung, Umsatzrendite“, erinnert er sich. „Der persönliche Kontakt blieb auf der Strecke.“

Achim Feller und Michael Marx kennen sich seit Mitte der 1990er Jahre, beide waren damals für denselben Betrieb tätig. Sie haben freundschaftlichen Kontakt gehalten, und auch die Idee, selber zu gründen, begleitete sie schon lange. Als irgendwann der Bogen überspannt war, wagten sie den Schritt in die Selbstständigkeit. Ihnen spielte in die Hände, dass nicht nur sie Unzufriedenheit verspürten. „Einst tummelten sich in Dortmund die Platzhirsche der Branche, nach und nach wurden sie von internationalen Großkonzernen übernommen. Das sorgte für Verärgerung bei Mitarbeitern und Kunden gleichermaßen“, weiß Achim Feller.

Der Kunde im Fokus

Aus ihrer Erfahrung wussten die beiden Männer, wie die großen Konzerne ticken, was ihre Stärken, aber auch was ihre Schwächen sind. „Alle schreiben sich das One-Face-to-the-Customer-Prinzip auf die Fahne, aber bei uns wird es gelebt“, betont Michael Marx. Dass dieses Versprechen gehalten wird, zeigen die Kunden, die die BFM Aufzugtechnik bereits überzeugt hat. Zu ihnen zählen mehrere Krankenhäuser, Seniorenwohnheime, Hausverwaltungen und große wie kleine Immobiliengesellschaften in Dortmund und Umgebung. „Auch wenn wir uns nur auf den lokalen Markt konzentrieren, ist es eine Herausforderung, sich als kleines Unternehmen gegenüber den Giganten zu behaupten.“ Hier zu gründen, war für die beiden gebürtigen Dortmunder selbstverständlich. „Wir sind sehr mit der Region verbunden. Die schwarz-gelbe Farbkombination unseres Logos ist kein Zufall“, sagt Achim Feller mit einem Augenzwinkern.

Fachkräften Raum zur Entfaltung geben

Seit der Gründung wurden zehn sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen. In Zeiten des Fachkräftemangels ist es gewiss nicht leicht, Personal mit der notwendigen Expertise zu finden. Achim Feller und Michael Marx setzen deswegen auf eine Unternehmenskultur, bei der sie auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Angestellten eingehen. „Wir haben beispielsweise einen ehemaligen Kollegen von Herr Marx eingestellt, der nach 50 Jahren bei der Fa. Janzhoff noch nicht an Ruhestand noch nicht denken wollte. Wir profitieren von seiner Erfahrung, hier kann er jüngere Mitarbeiter unterstützen“, erzählt Achim Feller. Michael Marx ergänzt: „Ein anderer Kollege studiert nebenberuflich Elektrotechnik und arbeitet deswegen nicht in Vollzeit. Wir haben für ihn ein flexibles Arbeitszeitenmodell realisiert.“

Der Kollege heißt Kersey Lahmer: „Wie einige meiner Kollegen bin ich auch von der ehemaligen Dortmunder Firma Janzhoff zu BFM gewechselt. Mir gefallen die kurzen Wege und der direkte Draht in der Firma sehr gut. Hier kann man noch direkt mit dem Chef sprechen und Prozesse mitgestalten. Das stellt einen zufrieden, da man nicht einfach nur eine Nummer im Konzern ist. Zudem studiere ich noch nebenbei und bekomme hier die Flexibilität die ich brauche um den Job und das Studium unter einen Hut zu bekommen. So passt es für mich als auch für unsere Kunden gut.“

„Großer Respekt“

„Das Gewohnte hinter sich zu lassen und Neues zu wagen – davor habe ich großen Respekt. Außerdem schätze ich das Engagement von Herrn Feller und Herrn Marx für die hiesige Wirtschaft“, sagte Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, anlässlich der Verleihung des Aushängeschildes. Es wird seit 2016 in losen Abständen an Unternehmen vergeben, die sich für den Standort Dortmund verdient gemacht haben.

Weitere Beiträge